Bestimmung des Kanzerogenitätsindex KI an künstlichen Mineralfasern, KMF

   

 

Allgemeine Informationen zum Thema Künstliche Mineralfasern

Mineralwollen mit Herstellungsdatum 1.6.2000 oder jünger

  • Alle Mineralfasern, die seit dem 1.6.2000 in Verkehr gebracht wurden haben nach EU-Recht oder deutschem Recht entsprechende Bioverträglichkeitstests durchlaufen, gelten als ‚Neue Mineralwollen‘ im Sinne der TRGS 521 und somit als unbedenklich.

Mineralwollen mit Herstellungsdatum 1996 bis 30.5.2000

  • Mineralfasern, die zwischen 1996 und Mitte 2000 in Verkehr gebracht wurden, können über Bioverträglichkeitstests oder als KI40-Fasern freigezeichnet worden sein (gelten als ‚Neue Mineralwollen‘ und erfüllen somit die Freizeichnungskriterien der Gefahrstoffverordnung) oder noch ‚Alte Mineralwollen‘ im Sinne der TRGS 521 darstellen.

Mineralwollen mit Herstellungsdatum 1995 oder älter

  • Alle Mineralwollen mit Herstellungsdatum 1995 oder älter stellen ‚Alte Mineralwollen‘ im Sinne der TRGS 521 dar und sind nach TRGS 905 als krebserzeugend zu bewerten.
  • TRGS 905 beschreibt in einer Fußnote zum Kanzerogenitätsindex KI (Kap. 2.3, anorganische Faserstäube) die Einsatzmöglichkeit des KI zur Beurteilung von alten Mineralwollen:
    "… Der KI ist jedoch ein preiswerter Test, mit dem alte Wollen, die vor 1996 eingebaut wurden, im Zweifelsfalle auf Kanzerogenität untersucht werden können. Alte Wollen mit WHO-Fasern, die einen KI größer 40 aufweisen, können aufgrund des KI-Indexes als nicht krebserzeugend eingestuft werden …"

Mineralwollen ohne bekanntes Herstellungsdatum

  • In deutschen Regelwerken ist für eingebaute Mineralwollen ohne bekanntes Herstellungsdatum, ohne RAL-Gütezeichen oder entsprechendem Nachweis der Biolöslichkeit keine Möglichkeit beschrieben, zwischen ‚Alten Mineralwollen‘ und ‚Neuen Mineralwollen‘ zu unterscheiden. 
  • Ein Kanzerogenitätsversuch nach Absatz 3 oder die Bestimmung der in-vivo-Biobeständigkeit nach Absatz 4, Kap. 2.3, TRGS 905 ist bei eingebauten Mineralwollen im Nachhinein kaum möglich. 
  • Somit bleiben für diese Mineralwollen Absatz (1) WHO-Fasern und (2) Kanzerogenitätsindex KI, Kap. 2.3, TRGS 905 als Beurteilungskriterien. Hierzu schreibt TRGS 905 in einer Fußnote zum Kanzerogenitätsindex KI:
    "... Die Nutzung des Kanzerogenitätsindexes KI zur Einstufung von WHO-Fasern als krebserzeugend kann dazu führen, dass WHO-Fasern mit einem KI kleiner 40 als krebserzeugend eingestuft werden, obwohl ein Kanzerogenitätsversuch nach Absatz 3 oder die Bestimmung der in-vivo-Biobeständigkeit nach Absatz 4 nicht zu einer Einstufung als krebserzeugend führen. Das bedeutet, dass WHO-Fasern, für die lediglich ein KI Index unter 40 vorliegt, vorsorglich als krebserzeugend einzustufen sind, obwohl weitere Prüfungen diese Einstufung widerlegen könnten. ..."


An dieser Stelle wird darauf hin gewiesen, dass das Europäische Recht (Richtlinie 97/69/EG) den Kanzerogenitätsindex KI nicht kennt, als Freizeichnungskriterien unterschiedliche Bioverträglichkeitstests sowie die Fasergeometrie (LWGMD) herangezogen werden.


Am Ende dieser Seite finden Sie links zu den zitierten Regelwerken sowie eine Informationsbroschüre der BG Bau zum Umgang mit Mineralwolle-Dämmstoffen.

 
 
 

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  • Die Prüfung künstlicher Mineralfaser-Produkte auf das Vorhandensein lungengängiger Fasern, WHO-Fasern, mittels Rasterelektronenmikroskopie, REM > mehr
  • Die Bestimmung des Kanzerogenitätsindex (KI) nach dem BIA-Verfahren 7488

Informationen zum Kanzerogenitätsindex

Der Kanzerogenitätsindex, KI, ist eine dimensionslose Größe und wird nach der stofflichen Zusammensetzung der zu bewertenden Mineralfasern ermittelt.
Er ergibt sich gemäß BIA-Verfahren 7488 aus der Summe der Massengehalte (in MA%) von Na2O, K2O, CaO, MgO, BaO und B2O3 abzüglich des doppelten Massegehaltes von Al2O3.
CRB Analyse Service GmbH, Hardegsen, Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von WHO-Fasern in einer Basaltwoll-Probe - Bildbreite ca. 10 µm
WHO-Faser in Dämmstoff

Glasige Mineralfasern werden nach dem KI entsprechend TRGS 905 wie folgt eingeteilt, wenn sie in ihren Abmessungen der WHO - Faser - Definition: (Länge > 5µm, Durchmesser < 3 µm, Verhältnis Länge : Durchmesser > 3 : 1) entsprechen:

  • Glasige WHO-Fasern mit einem Kanzerogenitätsindex KI <= 30 werden in Kategorie 1B eingestuft.
  • Glasige WHO-Fasern mit einem Kanzerogenitätsindex KI > 30 und KI < 40 werden in Kategorie 2 eingestuft.
  • Für glasige WHO-Fasern erfolgt keine Einstufung als krebserzeugend, wenn deren Kanzerogenitätsindex KI >= 40 beträgt.

Die Prüfung auf das Vorhandensein von WHO - Fasern erfolgt rasterelektronenmikroskopisch
 TRGS 905
 Gefahrstoffverordnung
 TRGS-521
 Richtlinie 97/69/EG
 BG Bau - Umgang mit Mineralwolle-Dämmstoffen
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Ergebnisse aktueller Ringversuche zur Röntgenfluoreszenzanalyse, RFA, Asbestanalyse und Röntgenmikroanalyse veröffentlicht.

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Januar 2016
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Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der CRB Analyse Service GmbH wurden geändert: Die Aufbewahrungsdauer für Rückstellproben und Präparate von Asbestproben und Proben für die Röntgenfluoreszenzanalyse wurde von 6 auf 3 Monate verkürzt.
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Hier finden Sie Informationen zur Bestimmung von Asbest in Straßenbelägen (Asphalt, Schwarzdecke)
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